Naturfreunde
Hochgebirgsschule Glockner-Kaprun
Stellungnahme des Präsidiums
der Naturfreunde Österreich
(26. Juni 2009)
Gegendarstellung
der
Freunde, Mitarbeiter und Experten
der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule
|
 |
| Aufgrund verschiedener Initiativen,
die sich offensichtlich ohne Wissen über die Faktenlage und den Entscheidungsprozeß
in der Naturfreunde Bundesorganisation, die „Rettung der Hochgebirgsschule“
zum Ziel gesetzt haben, sehen sich die Naturfreunde Österreich zu
folgender Stellungnahme veranlasst:
Über
die Faktenlage wissen wir, die wir viele Jahre und Jahrzehnte selbst
an der Hochgebirgsschule als Berglehrer, bei der Instandhaltung, der
Modernisierung der Häuser und der Haustechnik, aber auch in Logistik,
Verwaltung und Marketing/Werbung/Akquisition mitgearbeitet haben, offenbar
weit besser Bescheid als die, die jetzt die Schule liquidieren wollen
und selbst höchstens ein paar flüchtige, oberflächliche
Eindrücke davon haben (oder auch kurzsichtige eigene Interessen
verfolgen wollen? Die Doppelfunktionen von hohen Funktionären bei
Naturfreunden und beim Verbund, dem Eigentümer der Tauernkraftwerke
Kaprun – siehe Post Scriptum ganz unten – werfen da auch einige Fragen
auf!)
|
 |
Die heutige Eignung als Standort
Der Standort am Mooserboden ist heute für den Betrieb einer hochalpinen
Hochgebirgsschule leider nicht mehr geeignet: Wir sind einerseits mit
einem extremen Gletscherrückgang und andererseits mit der Problematik
des Permafrost konfrontiert.
Der
Standort ist für den Betrieb einer Hochgebirgsschule bestens geeignet
(siehe auch Empfehlung von Pit Schubert), um den Kursteilnehmern beizubringen,
wie sie sich im alpinen Gelände bewegen können, ohne sich
unnötig Gefahren auszusetzen.
Die Hochgebirgsschule hat Übungsgelände, Klettergärten
und Gletscher so nahe vor der Haustüre wie kein anderes Haus! Ein
Klettergarten ist 5 Minuten vom Haus entfernt, einer eine halbe Stunde
und ein dritter etwa 1 Stunde — und der nächstgelegene Gletscher
auch heute nur ca. eine Gehstunde von der Schule entfernt und ideal
für EIS-EINSTEIGER.
Welches Haus kann das noch bieten? Im Anschluss gibt es stundenlange
Gletscherübergänge. Am Wielingerkees kann man jetzt 25m hohe
senkrechte Eiswände klettern. Und der Fochezkopf hat eine 400 m
hohe und 50° steile Nordwand, die beliebtes Ziel für den Kurs
Hochalpin (Eis) ist. Außerdem ist der Moserboden Ausgangspunkt
für Hochtouren auf mehr als 10 (zehn!) Dreitausender, zwei hochalpine
Klettersteige und eine große Auswahl an Wanderungen.
Eine Vielfalt, die kaum ein anderer Standort Österreichs zu bieten
hat.
Zwei Klettergärten wurden angelegt (einer davon neu) und wo sonst
kann man Kindern und Erwachsenen die Klimaveränderung, die wir
auch in unserem Kursprogramm zum Thema machen, besser näherbringen,
als hier im NATIONALPARK HOHE TAUERN?
|

Hausklettergarten (5 Minuten vom Haus)

Wielingerkees (1 Stunde vom Haus)
neuer Klettergarten (½ Stunde v. Haus)
|
| Das Wiesbachhorn, wegen
seiner Eiswand und dem Firngrat einst ein „überrannter“ Berg, präsentiert
sich heute nur mehr als Geröllberg.
Die
Wiesbachhorn-Nordwestwand wurde im Kursbetrieb nie geklettert! – Das
Wiesbachhorn ist für den Kursbetrieb kein Thema!
|
|
| Der „Seeweg“ stellt die wesentliche Verbindung
zu den letzten Schnee- und Eisresten dar. Seine Begehbarkeit wird durch
Steinschlag zunehmend problematisch.
Hier gibt es heute nicht mehr Steinschlag als vor 20, 30, 40
Jahren und wir üben auf dem Seeweg mit Kursteilnehmern das richtige
Verhalten in diesem Gelände (Abstand halten, Aufmerksamkeit nach
oben richten statt miteinander plaudern,…).
Wäre
dieser Weg wirklich so gefährlich, wie ihn das Präsidiums
der Naturfreunde Österreich beurteilt, müsste das Bergsteigerreferat
unverzüglich den Alpenverein und die beteiligten Fremdenverkehrsverbände
darüber informieren, damit in der internationalen „WERBUNG für
GLOCKNER-RUNDE und ARNO WEG“, die hier verlaufen, sofort vor der Benützung
dieses Weges gewarnt wird!
|
 Neugierige ahnngslose Stauseebesucher am Seeweg |
| Die Hochblüte in den
1970er und 1980er Jahren
Die Hochgebirgsschule erfuhr durch die internationale Reputation von Prof.
Fritz Moravec und seiner besonderen fachlichen Kompetenz im Bereich „Kinderbergsteigen
und Kinderseilschaft“ und bevor die Auswirkungen des Klimawandels sicht-
und spürbar wurden, ihre Hochblüte.
Genau
diese Kompetenz im Bereich Kinderseilschaft, Jugendseilschaft, „Alpiner
Grundausbildung“ ist nach wie vor die große Stärke der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule.
Es sind uns abschreckend viele Beispiele bekannt, wie anderswo Kurse
für Kinder und Jugendliche geführt werden, die nach diesen
Erfahrungen nie wieder auf einen Berg gehen wollen. Von unseren Kursen
schwärmen sie noch nach Jahren. Der Klimawandel hat an diesen Kursen
überhaupt nichts geändert.
|
 Kinderseilschaft
Jugendseilschaft
|
| Die Auslastung der letzten
Jahre
In der Zeit nach Fritz Moravec, ab dem Jahr 1992, sind die Teilnehmerzahlen
kontinuierlich zurückgegangen. Heute gibt es im Wesentlichen mit
der Deutschen Schule Rom und den Schamanen nur mehr zwei fixe Gruppenbuchungen.
Naturfreunde Mitglieder, für die wir über viele Jahre und mit
großen Mühen die Hochgebirgsschule erhalten haben, blieben
und bleiben immer mehr aus.
Diese
beiden Gruppenbuchungen sind ein Grenzfall des Anzustrebenden, weil
viele nicht organisierte Kursteilnehmer in dieser Zeit die Schule nicht
nutzen können. Solche „Schließzeiten“ sind schlecht für’s
Image – wirtschaftlich leider zuweilen notwendig, obwohl verbilligte
Gruppenpreise den Ertrag schmälern. Wichtig sind die vielen gruppenunabhängigen,
„einzelnen“ Kursteilnehmer, die oft aber mit der ganzen Familie anreisen.
Die
Auslastung ist auch eine Frage der Werbung und der Akquisition – da
sehen wir durchaus Verbesserungspotenzial.
Und
an vielen Beobachtungen erkennen wir, dass es die Nachfrage gibt – sie
zu nutzen und zu pflegen ist der Schlüssel zum Erfolg. Nach unserer
Einschätzung ist es jedenfalls durchaus möglich, die Schule
an diesem Standort mit einigen Modifikationen in Betrieb, Organisation
und Akquisition kostendeckend zu führen.
|
 Aufbruch
 Familienbergwoche
|
| Die Nachfrage nach Hochgebirgsschulen
ist insgesamt zurückgegangen, auch der ÖAV hat sein Ausbildungszentrum
Rudolfshütte vor einigen Jahren aufgegeben.
...
Und immerhin verkauft – nicht abgerissen! Derzeit dürfte sie aber
gewinnbringend bewirtschaftet werden – von einem Geschäftsmann!
|
|
| Die wirtschaftliche Situation
Die Hochgebirgsschule wurde von Charly Ölmüller in den Jahren
seit 1993 mit viel Engagement geführt. Das ändert aber nichts
an der Tatsache, dass seit dem Jahr 2000 aus dem normalen Geschäftsbetrieb
inklusive der durchgeführten Reparaturen ein Verlust von insgesamt
90.000,– Euro erwirtschaftet wurde.
Die
„gestandenen“ Kaufleute in unserem Team sehen die erwähnten 90.000
€ Defizit in 9 Jahren auch nicht so schrecklich, wie das Präsidium
das darstellt, zumal dieses „Defizit“ zum großen Teil aus Investitionen
und Instandhaltungen besteht, die langfristig die Betriebskosten senken
(z.B. Warmwasserbereitung mit Solarenergie) und dazu geführt haben,
dass sich die Häuser gutem Zustand befinden.
Im
Jahr macht das Defizit nach Meinung der Bundesleitung also durchschnittlich
10.000 € aus. Das ist mit den aktuellen Preisen ein Einnahmen-Äquivalent
von etwa 24 Kursteilnehmern im Jahr – oder 3 Kursteilnehmern in jeder
öffentlich zugänglichen Kurswoche.
Drei Kursteilnehmer mehr pro Woche – und die Hochgebirgsschule schreibt
„schwarze Zahlen“!
Das
ist eine Größenordnung, die mit geeigneten Maßnahmen
sicher zu schaffen ist – und wenn das läuft, wird’s sicher noch
mehr – dann machen auch weitere Investitionen keine besonderen Probleme.
Das ist der Schlüssel für die Zukunft – nicht das Zusperren.
Wenn
es dem Präsidium wirklich nur um die angeführten finanziellen
Gründe geht, gibt es das Angebot eines unserer „Mitstreiter“, im
Konsens mit dem fachlichen bewährten Team die Hochgebirgsschule
in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht zu übernehmen und
sie innerhalb von 2-3 Jahren zu einem auch wirtschaftlich florierenden
„Unternehmen“ zu machen!
Fritz
Moravec hat mehrfach geäußert, er habe „für Renovierungen
einen siebenstelligen Schillingbetrag angespart“. Nach glaubwürdigen
Informationen sind diese Rücklagen zum größten Teil
noch in der Bilanz der Naturfreund Österreich vorhanden. Andernfalls
ergeben sich weitere Fragen: Sind die Rücklagen mit Kanal und Seilbahnbau
bereits verbraucht? – Ist da verabsäumt worden, öffentliche
Förderungen in Anspruch zu nehmen? Warum hat die Hochgebirgsschule
keinen offiziellen Schutzhüttenstatus bekommen – und damit die
Förderungsmittel für Schutzhütten? – Dabei liegt sie
ideal am viel beworbenen und viel begangenen Arnoweg/Glocknerrunde!
Und
jetzt sollen die vor (relativ) kurzer Zeit getätigten Investitionen
(Seilbahn, Kanal, Solarthermie,…) schon wieder vernichtet werden? Haben
die Naturfreunde so viel Geld, dass sie sich das leisten können?
Oder verscherbeln sie bereits das „Familiensilber“ (zahlt der Verbund/TKW
so viel dafür)?
|
 Solarthermieanlage
 Küche
 neue Hangbrücke vor Haus 2
 Zimmer
 Seilbahn
|
| Die Bausubstanz
Trotz laufender Reparaturen während der Betriebszeit durch Charly
Ölmüller neigt sich die aus den 1950er Jahren stammende Bausubstanz
(Baubaracken aus der Zeit des Kraftwerksbaus) laut kompetenter, vereinsinterner
und externer Baufachleute ihrem Ende zu.
Aus
etlichen (Um-)Bauarbeiten kennen wir auch das „Innenleben“ der Häuser
recht gut: Die Bausubstanz ist tatsächlich viel besser als ihre
äußere Optik – zudem hat die Bauweise den Vorteil, dass lokale
Defekte mit relativ geringem Aufwand saniert werden können.
Im
Hochgebirgsklima halten Holzbauten extrem lange. Die meisten wichtigen
Bauelemente sind aus Lärche – die hält „fast ewig“.
Auch
der Komfort der Unterkünfte ist viel besser geworden – aber man
sollte dabei auch bedenken, dass Menschen, die hierher „an den Busen
von Mutter Natur“ kommen, nicht wirklich ein 5-Sterne-Hotel suchen.
|

zeitgemäße Sanitärgruppe Haus 2

fast überall: Zimmer mit Dusche |
| Sind weitere Investitionen
gerechtfertigt?
Wollte man die Hochgebirgsschule am Standort Mooserboden erhalten, müsste
die Naturfreunde Bundesorganisation aus Mitgliedsbeiträgen sehr hohe
Investitionen tätigen, die aus den genannten Gründen und für
einen Betrieb von maximal 3 Monaten nicht verantwortbar sind.
Große
Investitionen werden in der nächsten Zeit nicht erforderlich sein.
Und mit einer verbesserten Auslastung wird vermutlich das Meiste aus
den Einnahmen zu finanzieren sein.
Die
Bilanz der Hochgebirgsschule 2008 weist Rücklagen von mehr als
200.000 Euro aus, die nach Angaben des Finanzreferenten von Fritz Moravec
mit Berghaus und Hochgebirgsschule erwirtschaftet wurden und nach unserer
Kenntnis von Fritz Moravec im Einvernehmen mit der damaligen Vereinsführung
für Instandhaltungen und eine Generalsanierung gewidmet wurden.
Mittel
aus Mitgliedsbeiträgen werden also auch im schlimmsten Fall für
die Hochgebirgsschule nicht in Anspruch zu nehmen sein.
Grundsätzlich
ist dem vorgebrachten Argument aber der gesellschaftliche Wert der in
der Hochgebirgsschule seit vielen Jahrzehnten praktizierten Ausbildung
entgegen zu halten:
immer mehr Menschen gehen ins alpine Gelände, das sich in den letzten
Jahrzehnten stark verändert hat. Technische Hilfsmittel machen
es möglich – mit dem Erfolg, dass auch jede Menge Unfälle
passieren – meist auf „einfachen“ Wegen, nicht im extremen Gelände
(das ohnedies nur Spezialisten aufsuchen).
Also ist es von enormer Wichtigkeit für die Gesellschaft, diesen
Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, sich diesem Gelände
angepasst zu bewegen – und das kann man nur dort, wo es dieses Gelände
gibt. Das leistet das an der Hochgebirgsschule noch heute gültige
pädagogische Konzept von Fritz Moravec ganz hervorragend.
Die
Berge sind anders geworden als vor einigen Jahrzehnten, es hat sich
viel verändert – aber die Berge sind noch immer da und es gibt
jede Menge Menschen, die sich gerne in dieser – veränderten – Umgebung
bewegen. Zweck der Schule war es immer, den Menschen beizubringen, wie
sie sich in diesem Gelände bewegen können, ohne sich unnötig
Gefahren auszusetzen.
Und
wenn es vielleicht irgendwann wirklich kein Eis und keine Gletscher
mehr geben sollte auf dem Moserboden, dann kann man dem Eisklettern
nachtrauern – oder die Menschen werden sich auf den darunter hervorgekommenen
Formationen bewegen wollen – und nur in dieser Umgebung ist es möglich,
ihnen das beizubringen. Mit der Veränderung der Landschaft verändert
sich dann auch das Ausbildungsprogramm.
In
diesen Aspekten der präventiven Unfallverhütung steckt auch
ein großer Teil sozialer Verantwortung – was für eine Organisation,
die sich der sozial(demokratisch)en Sphäre zurechnet, eigentlich
selbstverständlich sein sollte. Wir denken, das war auch ein (vielleicht
nicht sehr deutlich ausgesprochener) Denkansatz von Fritz Moravec.
|

zeitgemäße Dusche

leistungsfähiger Trockenraum
ahnungsloser Neugieriger
|
| Dieses Geld würde zudem
bei anderen notwendigen Investitionen, von denen große Teile unserer
Mitglieder profitieren, fehlen.
Da
ist einmal grundsätzlich die Frage zu stellen, ob ein Mitglied,
das nach einem erfolgreich absolvierten Kurs an der Hochgebirgsschule
in einer kritischen Situation keinen_Bergunfall erleidet,
davon nicht wesentlich mehr_Nutzen hat als ein Mitglied,
das an irgendeiner subventionierten „Wald-und-Wiesen-Aktivität“
teilnimmt. (Wenn auch eingeräumt wird, dass auch letztere Aktionen
ihren Wert haben).
Die
Frage nach der Anzahl der betroffenen Mitglieder stellt sich in diesem
Falle überhaupt nicht. Jeder Unfall ist einer zu viel. Jedenfalls
sind Aufwendungen dafür im Statut gedeckt:
§
3 Ziel und Zweck des Vereins:
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet Ist, bezweckt
(unter anderem)
2. Naturerlebnisse auch dort zu vermitteln, wo dafür keine ökonomische
Rentabilität gegeben ist
4. Sportaktivitäten in den Kernbereichen, Bergsteigen, Wandern,
Sportklettern,“ (uam)
§
4 Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks: (unter anderem)
2 a) Schaffung entsprechender Fachreferate und Errichtung von Schulungs-,
Ausbildungs- und Trainingszentren für den Kletter- und Bergsport,
Abhaltung von Kursen.
|
 Erfolgserlebnis - auch für uns!
 Hier kann man gefahrlos üben
|
| Soziale Überlegungen
Für die Naturfreunde Bundesorganisation war immer klar, dass vor
einer Pensionierung von Charly Ölmüller, die sich nunmehr für
2011 bzw. Anfang 2012 abzeichnet, eine Schließung der Hochgebirgsschule
nicht in Frage kommt. Charly wird bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls bei
den Naturfreunden in anderer Verwendung beschäftigt bleiben.
Das
hindert aber einen Funktionär, der die Liquidation der Hochgebirgsschule
betreibt, nicht daran, damit zu argumentieren, dass Charly Ölmüller
„für 14 Gehälter im Jahr 12 Monate bei den Naturfreunden angestellt
ist, aber nur 4 Monate an der Hochgebirgsschule arbeitet“. Dabei müsste
gerade dieser Funktionär wissen, dass diese Konstruktion gewählt
wurde, damit Charly nicht nur 4 Monate im Jahr angestellt ist, sondern
das ganze Jahr über auch kranken- und pensionsversichert ist (bei
gleichen Kosten).
Im
Übrigen: wir gehen davon aus, dass auch Sie, die Sie dies lesen,
und Ihre Kollegen für Ihre 14 Gehälter nur 12 Monate im Jahr
beschäftigt sind. Das ist (außer bei Selbständigen)
geltendes Recht in unserem Land.
Wer
Charlys Arbeitsweise kennt, weiß, dass sein Arbeitstag an der
Hochgebirgsschule (von Montag bis Freitag) etwa um 7 Uhr beginnt (bei
einigen Kursen auch schon um 4 Uhr!) und praktisch nie vor 22 Uhr endet
– das sind einmal (schwach gerechnet) 75 Stunden. Der Samstag dauert
meist von 7 Uhr (Abreise der Kursteilnehmer) bis 19 Uhr (Rückkehr
vom Einkaufen) – macht weitere 12 Stunden, mit dem für Samstag
arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Zeitausgleich sind das 18 verrechenbare
Stunden. Und am Sonntag beginnt die (Verwaltungs-)Arbeit in der Regel
um 10 Uhr und endet mit der Nachtruhe der neu eingetroffenen Kursteilnehmer
kaum vor 22 Uhr – sind 12 Stunden, mit dem Zeitausgleich für Sonntagsarbeit
sind das 24 Stunden.
Macht
also zusammen 117 verrechenbare Stunden pro Woche. In den angeführten
4 Monaten (=17 Wochen) ergibt das die Summe von 1989 Stunden.
Da
aber ein Arbeitsjahr typischerweise nur rund 1900 Stunden hat, fragen
wir uns, was da von Charly in den restlichen knapp 7 Monaten (Urlaub
abgezogen) erwartet wird – und auch in dieser Zeit arbeitet er einiges
für die Hochgebirgsschule!
(Dass man um das in Rede stehende Gehalt heute nicht einmal eine Putzfrau
bekommt, ist auch noch zu berücksichtigen!)
Diese
Argumentation Präsidiums bestärkt uns in der Vermutung, dass
hinter der Aktion hauptsächlich persönliche Animositäten
stehen und die finanziellen Aspekte als „Transportmittel“ benützt
werden.
|
 Charly |
Der lange Weg bis zur Entscheidung
Kein Thema hat die Gremien der Naturfreunde Bundesorganisation in den
letzten Jahren so intensiv beschäftigt, wie die Vergangenheit, das
Heute und die Zukunft der Hochgebirgsschule. Jetzt haben die FunktionärInnen
des Präsidiums in voller Übereinstimmung mit den 9 Landesorganisationen,
nach Abwägung aller Argumente und auch unter Berücksichtigung
vieler emotionaler Bindungen zur Hochgebirgsschule, einhellig beschlossen,
den Betrieb der Hochgebirgsschule am Mooserboden mit Ende der Saison 2009
einzustellen und die Baulichkeiten zum Abtrag und zur Rekultivierung der
Liegenschaft freizugeben.
Wir
würden gerne wissen, welche der angeblich eingebundenen Funktionäre
wirklich für eine Entscheidung ausreichende Kenntnisse von den
baulichen, technischen, wirtschaftlichen, betrieblichen und landschaftlichen
Gegebenheiten haben.
Nach
dem, was wir in Erfahrung bringen konnten, soll das Gelände nicht
„renaturiert“, sondern von den Tauernkraftwerken betrieblich genutzt
werden.
Die Naturfreunde weichen gehorsamst der Begehrlichkeit des Kapitals?
Welche
Rolle spielen da die Doppelfunktionen von hohen Funktionären bei
Naturfreunden und beim Verbund?
|

Haus 1 - außen unauffällig gefärbt

Haus 2 innen: adrette Zimmer |
| Die dabei gefundene Lösung
hilft den Naturfreunden, weitere 150.000,– Euro für diese Tätigkeiten
nicht investieren zu müssen.
Diesen
massiven Investitionsbedarf sehen wir überhaupt nicht.
Wenn
die Naturfreunde künftig alle Aktivitäten (und seien sie noch
so vernünftig, gesellschaftlich nützlich und sinnvoll) einstellen,
wenn sie Geld kosten, dann „Gute Nacht, Naturfreunde“.
Und:
wofür zahlen wir unsere Mitgliedsbeiträge?
Offensichtlich
geht es nur darum, die vorhandenen Rücklagen (200.000 Euro) anders
zu verwenden als ihrer ursprünglichen Widmung entspricht.
|
 Boulderwand in Haus 3
|
|
Das Erbe von Prof. Fritz
Moravec
In welcher Weise die Leistungen von Prof. Fritz Moravec für den Alpinismus
und sein Erbe bei den Naturfreunden gewürdigt, erhalten und weiter entwickelt
werden können, wird einvernehmlich und ausschließlich mit der Familie
Moravec besprochen.
Die
Nachkommen von Fritz Moravec unterstützen unser Vorhaben
(siehe Link "Freunde, Mitarbeiter,...)
|
 Prof. Fritz Moravec |
|
Die Naturfreunde sollen
auch in Zukunft auf gesundem Fundament stehen
Entgegen vieler Gerüchte, Halbwahrheiten und einseitiger Sichtweisen, die
in letzter Zeit in Umlauf gebracht wurden, bekennen sich die entscheidungsbefugten
FunktionärInnen der Naturfreunde Österreich zu unangenehmen, aber
richtigen Schritten, denn auch der Alpinismus unterliegt einem gravierenden
Strukturwandel und davon ist auch die Hochgebirgsschule betroffen. Die Naturfreunde
werden so wie in der Vergangenheit auch in Zukunft in jene Maßnahmen investieren,
von denen unsere Mitglieder größtmöglichst einen Nutzen ziehen
und unserer Bewegung ein gesundes finanzielles, organisatorisches und inhaltliches
Fundament garantieren.

Dr. Karl Frais Prof. Sepp Friedhuber Reinhard Dayer
Bundesvorsitzender Bundesbergsteigerreferent Bundesgeschäftsführer
Auf
die Strukturänderung des Alpinismus kann man am besten dort reagieren,
wo Alpinismus stattfindet: in den Bergen (die Reduktion des Begriffes
„Alpinismus“ auf Sportklettern in der Halle wäre uns ein Gräuel!).
Wir
wiederholen das bereits erwähnte Angebot eines Kaufmanns aus unserer
Mitte (auch mit viel Erfahrung in den technischen Belangen), die (organisatorische,
wirtschaftliche und technische) Führung der Hochgebirgsschule im
Konsens und im Zusammenwirken mit dem bewährten alpinen Team zu
übernehmen und sie innerhalb von 2-3 Jahren zu einem zumindest
selbsterhaltungsfähigen „Unternehmen“ zu machen.
Das
ist in jedem Fall besser als die öffentliche Blamage durch das
Zusperren und Abreißen einer bewährten und traditionsreichen
Institution. Von einer wirtschaftlich lebensfähigen Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule
hätten die Mitglieder im Sinne der Unfallvermeidung den größeren
(auch sozialen) Nutzen!
Das
Team der
Freunde, Mitarbeiter und Experten
der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule
(Link: Wir über uns)
Medienberichte
|
 Anfänger im Eis
 Anfänger beim Reibungsklettern |